Urseren
- Ueli Huber

- Jun 15
- 3 min read

Landschaften und Blumen mit freundlicher Genehmigung meiner Frau
Landscapes and flowers: courtesy of my wife
Wir haben zwei herrliche Tage im Bergfrühling des Urserentals verbracht, das von Realp nach Andermatt führt. Am Samstag waren wir mit einer kleinen Gruppe unterwegs auf einer Exkursion, die von unserem Natur- und Vogelschutzverein Erlenbach-Herrliberg organisiert wurde. Sie führte auf der klassischen Birder-Route von Hospental nach Andermatt. Bei strahlendem Wetter haben wir die Vogelwelt und die Blumenpracht des Bergtals erkundet und genossen. Ornithologisch waren die Karmingimpel bei Andermatt sicher das Highlight. Im Rahmen einer raschen Ausbreitung im 20. Jahrhundert kam dieser Finkenvogel auch in die Schweiz, ist aber hier mit höchstens etwa 70 Paaren vertreten, hauptsächlich im Bereich des Urserentals und des Oberwallis. Der Aufenthalt ist kurz. Die Vögel ziehen schon nach zwei Monaten wieder in ihre Wintergebiete in Indien: Der Karmingimpel ist einer der wenigen Zugvögel Europas, die nicht Nord-Süd ziehen, sondern Ost-West.
Am Sonntag waren wir zu zweit unterwegs und sind im oberen Teil des Tals von Realp via Zumdorf nach Hospental gegangen. Hier war der Bergfrühling wirklich wunderschön, mit vielen Wiesen voller blühender Blumen. Das hat allerdings auch damit zu tun, dass die Bauern subventioniert werden, wenn sie bis Mitte Juli nicht mähen. Für die Bodenbrüter wie das Braunkehlchen, das hier sehr stark vertreten ist, ist das enorm wichtig. Ornithologischer Höhepunkt des Tages: Wir waren noch im oberen Viertel unserer Route, als meine Frau, die vor mir ging, sich zu mir umdrehte und zum Himmel emporblickte: da segelten 10 Geier, neun Gänsegeier und ein Mönchsgeier! Was für ein Anblick! An die Gänsegeier, die im Sommer wegen der Hitze und dem Nahrungsmangel aus den Pyrenäen in die Schweiz kommen – sozusagen in die Sommerfrische – hat man sich allmählich gewöhnt. Der mächtige Mönchsgeier (er ist etwa gleich gross wie der Bartgeier) ist immer noch eine Ausnahmeerscheinung.
Die Bilder sind geographisch angeordnet, von Realp am Furkapass über Hospental, wo die Gotthard-Passstrasse abzweigt, hinunter nach Andermatt.
We spent two wonderful days enjoying the mountain spring in the Urseren valley, which runs from Realp to Andermatt. On Saturday, we joined a small group on an excursion organized by our Erlenbach-Herrliberg Nature and Bird Conservation Society. The route followed the classic birding trail from Hospental to Andermatt. In glorious weather, we explored and enjoyed the birdlife and the stunning flowers of the mountain valley. Ornithologically, the Common Rosefinches near Andermatt were definitely the highlight. As part of a rapid expansion in the 20th century, this finch species also arrived in Switzerland in the late 1970s, but is represented here by no more than about 70 pairs, mainly in the Urserental and Upper Valais regions. Their stay is brief. The birds migrate back to their wintering grounds in India after just two months: the rose-breasted finch is one of the few migratory birds in Europe that does not migrate north-south, but east-west.
On Sunday, the two of us were out and about, walking from the upper part of the Urseren valley from Realp via Zumdorf to Hospental. Here, the mountain spring was truly beautiful, with many meadows full of blooming flowers. This is partly due to the fact that farmers receive subsidies if they do not mow until mid-July. For ground-nesting birds like the Whinchat, which is very common here, this is extremely important. The ornithological highlight of the day: We were still in the upper quarter of our route when my wife, who was walking ahead of me, turned around and looked up at the sky: there were 10 vultures soaring—nine Griffon Vultures and one Cinereous Vulture! What a sight! We’ve gradually gotten used to the Griffon Vultures, which come to Switzerland from the Pyrenees in the summer to escape the heat and food shortages—so to speak for a summer retreat. The mighty Cinereous Vulture (formerly Black Vulture, it’s about the same size as the Bearded Vulture) is still a rare sight.
The photos are arranged geographically, from Realp at the Furka Pass through Hospental, where the Gotthard Pass road branches off, down to Andermatt.















Schöne Bilder - und schön, dass Ihr immer einmal wieder Landschaften ins Bild setzt. Die Geier sind beeindruckend - erinnert mich an die zahlreichen Bartgeier, die wir in Nepal gesehen haben, aber auch an vereinzelt gesichtete Bartgeier im Engadin!
Schöni Grüess, Jörg
Wunderschöner Beitrag und beeindruckende Beobachtungen im Urserental. Vielen Dank, dass Sie diese besonderen Eindrücke aus der Natur rund um Andermatt teilen. Es ist schön zu sehen, wie reich und lebendig unsere Berglandschaft im Frühling ist – von den Blumenwiesen bis zu den seltenen Vogelarten. Wir freuen uns sehr, dass Sie diese besonderen Tage in unserer Region geniessen konnten.